Die Fiebertherapie eine verkannte Chance

Zur Fiebererzeugung werden abgetötete Bakterien verwendet. Der unangefochtene Standard ist das sog. Coley-Toxin, eine Mischung aus Gram-positiven und Gram-negativen Bakterien, nämlich Streptokokkus pyogenes und Serratia marcescens. Mit diesem Pyrogen verfügen wir über ein Erfahrungsgut von über 100 Jahren und Millionen von Anwendungen!
Zur Fiebererzeugung werden abgetötete Bakterien verwendet. Der unangefochtene Standard ist das sog. Coley-Toxin, eine […]

Weiterlesen…

Sind Krebs Früherkennungsscreenings sinnvoll und nützlich?

Patienten sollen künftig zu Krebs-Vorsorgeuntersuchungen verpflichtet werden. Das sieht der Entwurf der Bundesregierung zur umstrittenen Gesundheitsreform vor. Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) lehnt eine solche Verpflichtung ab. Sie weist darauf hin, dass Maßnahmen zur Früherkennung den Patienten unter Umständen mehr schaden als nutzen. Die Entscheidung für oder gegen eine Vorsorgeuntersuchung soll nur individuell getroffen und nicht per Gesetz vorgeschrieben werden.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform müssen sich Versicherte, die chronisch erkranken und nicht an Vorsorge- bzw. Früherkennungsprogrammen teilgenommen haben, mit zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens an den Behandlungskosten beteiligen. Menschen, die regelmäßig zu den Untersuchungen gehen, sollen dagegen nur ein Prozent beisteuern. Dabei geht es nur um Krebserkrankungen, die bei der Vorsorge entdeckt werden können.

Sogar das Arznei-Telegramm, ein unabhängiger Informationsdienst für Ärzte und Apotheker, nimmt den tatsächlichen Nutzen von Früherkennungsprogrammen in seiner Ausgabe vom Dezember kritisch unter die Lupe und zieht eine ernüchternde Bilanz: „Es wird häufig übersehen, dass Screening keine Vorsorge ist, sondern Früherkennung, bei der eine Erkrankung nicht verhindert, sondern der Zeitpunkt ihrer Diagnose vorverlegt wird. Meist haben nur wenige der symptomlosen Menschen einen Nutzen von Screeningprogrammen, sehr viel mehr erleiden jedoch Schaden durch falsche Befunde, Überdiagnosen und Übertherapien.“
Nach aktuellen Daten führt ein Mammografie-Screening bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu sterben, um 15 % sinkt. Von 2000 gescreenten Frauen stirbt in zehn Jahren eine weniger an Brustkrebs. Bei zehn dieser Frauen wird durch die Mammografie jedoch Brustkrebs entdeckt, der ohne Screening nie entdeckt worden wäre. Diese Frau lässt dann Chemo- und Strahlentherapie über sich ergehen, obwohl das nicht nötig wäre.

Jede fünfte Frau erhält im Laufe von zehn Jahren mindestens einen falschen positiven Befund mit den dazu gehörigen psychischen Belastungen. Für andere Krebsarten ist die Schaden-Nutzen-Bilanz von Früherkennungsuntersuchungen ähnlich ernüchternd. Die Architekten der Gesundheitsreform hoffen, dass schwere Krankheiten durch reihenweise Früherkennungsmaßnahmen verhindert und so langfristig Kosten gespart werden. „Dies ist aber ein Trugschluss,“ meint Dr. György Irmey, der ärztliche Direktor der GfBK. „Früherkennungs-Untersuchungen ziehen in vielen Fällen unnötige und hohe Kosten nach sich.“

Irmey fordert angesichts dieser Bedenken, dass für jeden Einzelfall der Nutzen einer Früherkennungsuntersuchung gegen den möglichen Schaden abgewogen werden muss. „Diese Entscheidung können nur Arzt und Patient gemeinsam treffen und nicht der Gesetzgeber.“ Eine Bestrafung für Vorsorgemuffel, wie im Gesetz vorgesehen, hält die GfBK für ethisch nicht vertretbar.

No Responses to “ Aktuelles ”

Sorry, comments for this entry are closed at this time.